Es war einmal…

Warum ich Backen zu meinem Beruf machen sollte

Spulen wir zwei Tage zurück. Der Plan, die wundervollen Snickers-Brownies (eigentlich eher Blondies mit vielen Schokostückchen und anderem Krempel?) aus Baked in America nachzubacken wird endlich in die Tat umgesetzt. Und da eine Freundin da ist und die Hälfte mit nach Hause nehmen soll, verdoppeln wir das Rezept einfach mal.

Nachdem man fast ein Kilogramm Zucker, 500g gehackte Kuvertüre, ein Glas Erdnussbutter und 100g Mini-Marshmallows mit einer Packung Butter, einer zu vernachlässigenden Menge Mehl, gehackten Erdnüssen und ein paar Eiern vermischt hat wird einem nämlich… ganz anders. :D

Die Karamelldecke wurde irgendwie nichts, da der Zucker aus mir fremden Gründen nicht dunkel werden wollte und uns dann auch die Geduld ausging – aber selbst ohne die klebrige Decke wurde es üppig.

Aber: Der Mann mag sie, seine Arbeitskollegen wollen das Rezept haben – alle sind glücklich. Inklusive Mini, der diverse Stü ckchen gehamstert hat.

ach department

Zweck erfüllt.

Um zurück zum Titel zu kommen: Bevor der o.g. Teig entstand, hab ich Teig für Schoko-Chip-Cookies gemacht, kalt gestellt, zu Kugeln geformt und eingefroren. Der eigentliche Plan war, zumindest ein Blech davon zu backen. Die Snickers-Brownie-Aktion hat mich jedoch offensichtlich geheilt, weil die Keksteigkugeln immer noch im gefrorenen Zustand darauf warten, irgendwann gebacken zu werden.


…eine Torte

Irgendwann, auch bekannt als “vor zwei Tagen”, habe ich mir in den Kopf gesetzt, mal etwas größeres zu backen.

Fast Forward zu heute, und ich liege hustend und schniefend im Bett, während die dritte (und eigentlich mittlere Schicht) der geplanten Torte im Ofen steckt, und der Frischkäse und die Butter langsam auf Raumtemperatur für die Buttercreme kommen, die das alles zusammenhalten soll.

Was ist an dem Bild falsch?

1. Wer Lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich habe beim ersten Boden – gestern Abend gebacken – einen TEELÖFFEL statt einem ESSLÖFFEL Backpulver reingetan. Das hat man davon, wenn man nicht richtig liest – tbsp und tsp werden von meinem erkälteten Hirn anscheinend gleichgesetzt, wenn ich müde bin.

2. Ich hab “nur” 1,5x soviel Teig in einer 26cm Springform wie in einem Rezept, das für 20cm Springformen ausgelegt ist, gebacken. Theoretisch müssten 1,69x soviel Teig da rein, um es “richtig” zu übersetzen. Schiebe ich auf reine Faulheit – tut hoffentlich nichts weiter zur Sache. Die Backzeit musste ich ironischerweise trotzdem um 10 Minuten pro Boden verlängern.

3. Meine Kuchentransportbox ist nicht daheim, sondern anderweitig irgendwo, bei irgendwem, und sie findet anscheinend nicht in naher Zukunft wieder zu mir.

4. Wie bereits erwähnt – ich liege ein Stockwerk von der Küche und somit dem Backofen entfernt, während der letzte Teig im Ofen steckt. Nach meinen Erfahrungswerten von Gestern sollte ich auch noch 10 Minuten haben bis der Teig sich nicht mehr verhält wie halb-gelierter Wackelpudding… Aber da kommt Onkel Murphy ins Spiel. Vielleicht sollte ich mal nach Unten gucken.

5. Last but not least, habe ich keine 20 Testesser zusammengesucht, an die ich die Probetorte verfüttern kann. Falls irgendjemand die Kalorien von

- 280g Butter

- 820g Mehl

- 860g Zucker

- 6 Eiern

- 60g Back-Kakao

zusammen mit Buttercreme aus 200g Frischkäse, 125g Butter und 750g Puderzucker in Kilogramm Körperfett, die ich hierdurch zunehmen werde umrechnen möchte, bittesehr. Ich geh derweil nach meinem Boden gucken.

ach department


Weil sie mir fehlen

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so läuft, aber mir fehlen derzeit (die) Worte.

Einerseits, weil mir alles über dem Kopf zusammenbricht, und ich eigentlich nur auf das Ende der kommenden Vorlesungszeit hinlebe – weil ich da wieder Luft zum atmen habe, und das irgendwie die Voraussetzung dafür wäre, zu sprechen.

Andererseits, weil ich vor lauter Erschöpfung anscheinend nur noch in abstrakten Konzepten denke, und an den simpelsten Begriffen scheitere, meine Gedanken mitzuteilen – ich weiß zwar was ich meine, aber oft nicht, wie ich es kommunizieren soll.

Auch fehlen sie mir, weil ich vor geraumer Zeit die 20-200+ Seiten nicht Uni-relevanter Privatlektüre, die ich jeden Abend gelesen habe, gegen eine nicht aufhörende Dauerbeschallung beliebiger Fernsehserien getauscht habe, und nur noch einem – je nach Serie – stark eingeschränkten Wortschatz ausgesetzt werde.

ach department

Und last but not least fehlen sie mir, weil ich nicht mehr schreibe. Ich rede nicht von Essays oder Hausarbeiten, bei denen ich 100x gelesene Argumente umformuliere und Informationen wieder ausspucke. Ich rede nicht von Anträgen, Anschreiben oder Kommentaren, weil das ja nichts mit Meinung zu tun hat. Ich rede von Schreiben – ein leeres Dokument, Ruhe, kein Themenzwang… Und das Schreiben von Geschichten, die erzählt werden wollen.

Und so grabe ich das kleine Eck des Internets mal wieder aus, das immer dann entstaubt wird, wenn das passiert, was sich “Leben” nennt. Nicht für sinnvolle Geschichten – sondern für die Gedanken, die raus wollen, aber nicht in die Geschichten passen.

Hallo Welt!